Karfreitagslösung oder was ist ein halber Feiertag?

von 21.02.2019Liste Niederösterreich0 Kommentare

Foto: Werner Leonhardt [CC BY-SA 3.0 at], via Wikimedia Commons

Wir streiten nicht und bringen was weiter. In gewohnt harmonisch dynamischem Auftritt konnte die türkis-blaue Regierung bekannt gegeben, dass sie schon wieder ein Problem gelöst hat. Und zwar die vom EUGH erzwungene Neuregelung des Karfreitags, durch die viele besser und niemand schlechter gestellt sei. Der Karfreitag ist nun ab 14.00 ein allgemeiner Feiertag.

Bleiben nur noch einige Fragen:

Für Protestanten und Altkatholiken, die bis jetzt den gesamten Tag ihren religiösen Bedürfnissen widmen konnten, hat sich die Situation eindeutig verschlechtert. Ist das deswegen zustande gekommen, weil die Interessen dieser traditionell freiheitlichen Wähler nicht so wichtig waren, und der Abtausch mit einem der vielen klassisch katholischen Feiertage mit der ÖVP nicht zu verhandeln war?

Welche Regelung wird für den Handel gelten? Und vor allem, wer wird die Zuschläge bezahlen, die für die Arbeit nach 14.00 nicht zu vermeiden sind? Die Vertreter des Handels haben bereits kategorisch ausgeschlossen, dass dies für sie ohne Kompensation in Frage kommt. Also müssen Zusatzkosten wohl durch Gegenleistungen ausgeglichen und somit vom Steuerzahler selbst getragen werden.

Wie steht es mit den Schichtarbeitern? Wer in Frühschicht arbeitet, hat um 14.00 den Werktag schon hinter sich. Wird diese Ungleichbehandlung einer juristischen Überprüfung standhalten?

Außerdem gibt es eine eigene Regelung im Generalkollektivvertrag die ganz genau angibt für wen der Karfreitag ein Feiertag ist. Diese Bestimmungen im Kollektivvertrag würden nach einer Gesetzesänderung die den Karfreitag zu einem halben Feiertag macht zur Anwendung kommen und die genannten Glaubensgemeinschaften hätten wieder ihren Feiertag und das EUGH Urteil wäre somit nicht umgesetzt.

Und im Ernst: Freitag ab 14.00 frei – ist das nun ein halber Feiertag?

Karfreitag Generalkollektivvertrag

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